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In Nepheles Hand erschien der Feenzauberstab, welcher auf die Größe eines Flugbesens wuchs. Im Gegensatz zu den anderen beiden hatte sie sich mit der Besenfliegerei anfreunden können und sogar ein gewisses Geschick entwickelt. „Haltet mir ein Kissen frei,“ sagte sie zu Nuala und Shuma, „Ich hab wirklich keine Ahnung wie lang das Ding hier in der Luft bleibt.“

„Warum willst du es denn erst riskieren?!“ Die Vorstellung das seine Freundin auf einem größenwahnsinnigen Zauberstab durch die Gegend gurkte missfiel Shuma (was allerdings auch mit seinen Besenflugerfahrungen zu tun hatte. Alleine bei dem Gedanken tat ihm der Hinter weh. Unter anderen der Hintern)

„Weil wir dann zwei Ziele abgeben,“ meinte sie und setzte sich im Damensitz auf den Zauberstab, der sofort in die Höhe schoß. Dank einer Beinwickeltechnik, die orthopädische Spätfolgen nahezu herausforderte, war der Stab fest zwischen ihren Beinen eingeklemmt, so das sie die Hände für die Voodoomatics frei hatte. Sie zischelte noch rasch den Zielerfassungszauber, ehe sie sich im halsbrecherischen Tempo auf die Teufel zubewegte, welche zunächst recht entspannt auf die scheinbar leichte Beute blickte, welche ja nicht einmal Krallen und Reißzähne besaß. Nachdem die ersten beiden Teufelsköpfe wie reife Wassermelonen zerplatzten, als die Voodoomaticgeschoße sie trafen, war es mit dem breiten Grinsen jedoch vorbei. Fauchend und brüllend jagten sie Nephele hinterher, welche den Zauberstab rasch höher steigen ließ, so schnell das die Teufel vor Anstrengung anfingen zu dampfen beim nach setzen. Trotzdem gelang es den schnellsten unter ihnen ihre Krallen nach ihr auszustrecken und zerfetzte mit einem Hieb den Stoff ihrer Jeans und hinterließ in ihrer Wade zwei blutige Striemen.

Mit einem wütenden, fast kreischenden Schrei wirbelte sie den Stab um seine Achse und feuerte aus beiden Waffen auf den Teufel, der als schleimiger Regen auf den Styx niederging. Seine Gefährten jedoch waren vorsichtiger, nun da sie die verheerende Wirkung der Voodoomatics erlebt hatten und umflatterten in chaotischen Bahnen Nephele, der langsam die Munition ausging. „Alles was kräftiger als ne Tüte Mehl ist,“ hatte ihr der Waffenmeister gesagt, „Notfalls kannst du die beiden mit ner Tüte alter Kekse nachladen.“ Dummerweise hatte sie jedoch nicht einmal eine Tüte alter Kekse zur Hand und in der Luft war harte Materie eher Mangelware.

Einer der Teufel hatte es geschafft sich hinter ihr ranzuschliechen und griff nach ihrem Genick, erwischte jedoch nur eine Strähne der langen braunen Haare und etwas von ihrem Kragen, ehe sie sich unter dem Griff wegwandte und im Sturzflug auf den Fluss zusteuerte. Für einen Augenblick sah es aus, als habe sie die Kontrolle verloren, doch dann, wenige Meter über dem Fluss riß sie den Stab halbhoch und rauschte mit voller Gewalt in einen der verblüfften Teufel rein. Noch ehe er ausweichen konnte zerschmetterte der Griff der Voodoomatic sein weit aufgerissenes Gebiss und noch während er jaulend nach seiner blutigen Schnauze griff, hörte er ein scharfes, kleines klicken und starrte in die Mündung der Pistole.

Der geladenen Pistole.

Dann jagten ihn seine eigenen, zweckentfremdeten Zähne nachhaltig zum Teufel.


Ein Schwall von dem kochenden Teufelsblut ergoss sich über Nephele, die sich schnaufend schüttelte. Die zähflüssige, stinkende Flüssigkeit tropfte ihre über die Stirn, lief in ihre Augen wo sie wie Tabasco brannte. Sie konnte kaum noch klar sehen und ihr wurde klar, das sie das Blut loswerden musste. Unten im Fluß brodelte die Oberfläche von den greifenden Händen der Wüteriche, zudem bezweifelte sie stark das dieses Wasser ihr helfen konnte. Nur knapp wich sie im wilden Zickzackflug den anderen Teufeln aus, die ihr den Blick auf das fliegende Bett und ihre Freunde versperrten, als sie sich genau vor ihr ein gigantischer Dämon manifestierte. Ohne abbremsen zu können rammte der Zauberstab die breite, rauchende Brust, wobei einem irrwitzigen zufall sei Dank sie genau den dämonischen Solar Plexus traf und der Gigant gefällt zu Boden ging – mit dem Zauberstab und Nephele dran in dem Brustkorb steckend. „Ach verdammter Mist!“ fluchte sie und wie sooft wenn Nepheles Wut hochkochte machte sich ein Teil ihrer Magie selbstständig …


„Toll,“ schnupfte Seth in einer gewissen Entfernung, „Regen in der Hölle. Und wahrscheinlich hat niemand wetterfeste Kleidung dabei.“

„Für den kleinen Schauer?“ Würdevoll schüttelte sich Nuala das frische Wasser aus den Kleidern, „Seth, sei nicht so ein entsetzliches Weichei.“

Nephele am 25.9.10 15:58

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