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Sie huschten in ihrer improvisierten Verkleidung in die Stadt hinein. Während sie versuchten möglichst teuflisch auszusehen schlichen sie sich durch die leeren Gassen und umgingen die belebten Hauptstraßen. Gelegentlich flogen Teufel über ihre Köpfe hinweg, achteten aber nicht weiter auf die drei. Von oben sahen sie nur zwei vermummte Gestalten, dicht gefolgt von etwas Großem, Pelzigen. Die wenigsten Teufel hatten je die Erde gesehen, darum konnten sie einen Werwolf nicht von einem pelzigen Dämonen unterscheiden. Der Geist von Seth schwebte vorraus und spähte in jede Abzweigung um ihnen ein Zeichen zu geben wenn die Luft rein war.

So bahnten sie sich den Weg durch die finsteren Straßen zwischen den hohen Gebäuden. Wann immer sie eine breite Straße oder einen Platz überquerten sahen sie ab und an Gestalten die gelangweilt herumlümmelten oder ziellos umherschlenderten. 

"Auch Teufel haben ab und an Feierabend." flüsterte Seth den dreien zu.

Den Ausgang aus der Stadt Dis bildete ein weiteres großes Tor, das sie eilig hinter sich ließen, froh aus der Stadt der Teufel unbehelligt entkommen zu sein. Vor ihnen führte eine breite Straße abwärts in die Dunkelheit.

"Nun erwarten uns die letzten drei Kreise der Hölle." vernahmen sie Seths Stimme, auch wenn sie ihn in der Finsternis kaum noch sahen. "Die oberen Kreise müssen so gut wie alle Toten durchlaufen, weil sie dort von den Dingen erlöst werden die jedem Menschen widerfahren. Doch die letzten drei Kreise sind für die wirklich bösen Seelen gedacht."

Shuma versuchte sich nichts anmerken zu lassen, doch er ertappte sich dabei geistesabwesend mit den ausfahrbaren Klingen an seinen Armschienen herumzufummeln. Er hob die Hand vor seine Augen, mit der Handfläche nach oben. Dann ließ er die Chronobombe aus seiner Hand heraufsteigen.

"Keine Furcht. Reiss dich zusammen!" flüsterte er sich selbst zu "Es geht um mehr als nur um dich. Illidan hätte auch nicht davor zurückgeschreckt."

Irgendwie fühlte Shuma sich trotzdem nicht besser.

 

Die Finsternis ringsum wich langsam einem rötlichen Glühen das die Umgebung erhellte während sie weiter gingen. Schließlich endete die Straße am Ufer eines roten Flusses.

"Phelegton." sagte Seth "Der dritte große Fluß der Hölle."

Shuma hockte sich an das Ufer wo kleine Wellen in den grauen Sand schwappten und steckte einen Finger in die zähe Flüssigkeit "Heiss." kommentierte er.

"Hier am Rand ist es nur heiss, weil flache Gewässer schneller abkühlen. Der Rest des Phelegton kocht." sagte Seth.

"Und er stinkt." meinte Shuma "Werde ich sehr entsetzt sein wenn ich frage was das für ein Fluß ist und was er macht?"

Der Geist deutete über den Fluß. Als die drei seiner Hand mit den Blicken folgten sahen sie Gestalten aus dem Fluß aufsteigen. Sie erkannten menschliche Umrisse die dem Strom entkommen wollten. Ein Zentaure galloppierte über den Blutfluß heran und tauchte die Gestalten wieder unter die Oberfläche.

"Wir befinden uns im siebten Kreis: Gewalt. Im Phelegton werden die gewalttätigen Seelen von ihrer Verderbnis gereinigt indem man sie in siedendem Blut abkocht. Und wie ihr den Schmerzschreien entnehmen könnt ist das nicht besonders angenehm." Seth kicherte humorlos "Man könnte sagen sie müssen den Schmerz den sie anderen zufügten hier nun selbst erleiden." Der Geist grinste die drei an "Mein Lieblingskreis."

"Ich wusste ich würde entsetzt sein... aber ich Depp musste ja fragen." kommentierte Shuma.

shumagorath am 9.10.10 23:29

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