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„Ihr werdet sehen, die Rache wird mein sein!“ fauchte Mia wütend und sprang vor, zwischen die drei Magier. Sie war schnell, immerhin war sie ein Vampir. Als sie mitten zwischen den Magiern landete hatte noch keiner von ihnen auch nur einen Muskel gerührt. Mias Hände zuckten vor, streiften Shuma, Nephele und Nuala. Wenn Mia gewollt hätte wären sie alle drei jetzt tot. Doch immerhin war Mia ein Vampir, und Vampire hatten einen riesen großen Fehler, genau genommen mehr als einen, aber dieser eine kostete sie immer wieder Vorteile: Sie spielten mit ihren vermeintlichen Opfern. Und dabei stellte sich manchmal heraus, dass die auserwählte Person doch nicht so gut zum spielen geeignet war. Von Opfern ganz zu schweigen.

Mias krallenartige Fingernägel fuhren an Nualas Hals entlang, allerdings durchdrangen sie kaum das dichte Haarkleid. Nuala spürte die Berührung kaum, und ernsthaft verletzt wurde sie auch nicht. In einer fließenden Bewegung drehte sich Mia weiter, wollte Shuma mit ihren Krallen  über die Brust streifen. Er sollte leiden, so wie sie hatte leiden müssen. Allerdings war da nichts, was ihren Nägeln wiederstand bot, Shumas Körper war wie Rauch, der bei der Berührung des Vampirs zwar durcheinanderwirbelte aber verletzt wurde er nicht. Mia hingegen wurde dadurch aus dem Gleichgewicht gebracht. Und so erfolgte ihr Angriff auf Nephele alles andere als elegant. Sie zerfezte zwar einen von ihren Ärmeln, fügte ihr aber nur oberflächliche Abschürfungen zu.

Shuma reagierte als erstes, hob sein Schwert und ließ es laut aufheulen. Mit einem hastigen Sprung brachte sich Mia in Sicherheit. Sie wirbelte weiter, versuchte hinter Nephele zu kommen. Doch auch Nephele und Nuala reagierten inzwischen. Nuala wechselte ihre Form in die eigentliche Werwolfgestalt. Während des Wechsels konnte sie nicht verletzt werden, konnte ihrerseits allerdings auch nicht angreifen. Nephele wiederum hob ihre Voodoomatic und zielte auf den Vampir.

Keiner von ihnen hatte auf die Gnome geachtet. Die drei Magier wussten, dass sie ganz gut selber auf sich aufpassen konnten und Mia hatte noch nie mit freien Gnomen zu tun gehabt. Für sie waren es immer nur Dienstboten gewesen, die Aufträge ausführten, keine denkenden Wesen. ‚Dadurch unterschied sie sich allerdings nicht allzusehr von den meisten andern Magiern.’ Dachte Jirlazüp als sie mit Szrillp und Simwibb zusammen in der Back-Tasche verschwanden. „Ok, hier ist der Plan.“ Begann Simwibb. „Mia ist zwar eine arrogante Zicke aber leider auch stark und schnell.“ Die beiden anderen Gnome nickten. Jirlazüp hätte eine andere Bezeichnung genutzt als ‚arrogante Zicke’, ‚größenwahnsinnige, überhebliche, nervenzerfetzende Blenderin’ zum Beispiel, aber dafür war im Moment keine Zeit. „Ich habe mir überlegt, hier unten ist Zeit doch relativ, das heißt, ich müsste es hinbekommen über das Netzwerk ein fertig entwickeltes Heilmittel gegen Vampirismus zu beschaffen. Ihr müsst nur Mia solange aufhalten bis ich alles richtig konfiguriert habe.“ „Scheiße, das ist brilliant. Los Szrillp, lassen wir unseren Computercrack hier seinen Job erledigen. Und wir lenken solange die olle Blenderin da oben ab.“ Jirlazüp und Szrillp griffen nach einigen Ladungen für ihre Flammenwerfer. Feuer, Weihwasser, Knoblauch, Holzprojektile, irgendetwas davon würde Mia schon aufhalten, oder wenigstens solange ablenken bis Simwibb eine wirkungsvolle Waffe herbeigeschafft hatte.

Simwibb zog sich das Headset über den Kopf und begann mit fliegenden Fingern auf seinem Fung-i herum zu tippen. „Hey Grimmlich, gut das ich dich erreiche. Ich brauche hier deine Hilfe.“ Seine Finger huschten weiter über die Tasten als er der Antwort lauschte. „Nein, ich brauche dich hier.“ ... „Ja, ich weis das wir hier in der Hölle sind, na und? Los schwing deinen fetten Hintern hier runter.“ ... „Das ist mir egal, das du grade beim Picknick bist, wir haben hier ein interessantes Zeitverschiebungsproblem.“ ... „Ja ich bin mir sicher, das sich da Kapital draus schlagen lässt. Ich überlasse dir auch die Patente.“ ... „Ja ehrlich.“ ... „Nein, die Verträge kannst du später noch aufsetzen, komm endlich in die Hufe verdammt. Wir haben es hier mit einem völlig durchgeknallten Vampir zu tun.“ ... „Nein lebend, also untot, arg, du weist was ich meine! Jetzt mach endlich!“ Die Kreidelinien des Transportkreises glühten auf und Grimmlich erschien in ihrer Mitte, in der einen Hand ein Sandwich in der anderen ein Sektglas. „Ey, du Eierpfeife, wenn das nicht wirklich interessant ist schraube ich dir höchstpersöhnlich den Kopf ab.“ Grummelte Grimmlich grimmig. Nachdem Simwibb ihm erklärt hatte worum es ging waren Sandwich, Sekt und Picknick allerdings vergessen.

Draußen tobte inzwischen der Kampf. Nuala gab es nicht gerne zu, aber Mia war wirklich gut. Alleine ihre Schnelligkeit verschaffte ihr einen bedeutenden Vorteil und die  Regeneration tat ihr übrigens. Allerdinsg waren sie zu dritt und Mia hatte einiges Einzustecken. Sie hatte sich Nephele als vermeintlich einfachstes Opfer ausgesucht, musste allerdings feststellen, das diese mit ihrer Voodoomatic überaus gut umgehen konnte.

Aus den Einzelteilen die sich nach und nach über den Wüstenboden verteilten hätte man mindestens drei Mias zusammen bauen können, doch immer wieder wuchsen ihr abgeschnittene Gliedmaßen nach, und schlossen sich die tiefen Wunden wieder. Einen erfolgreichen Schlag der ihr den Kopf abtrennte gelang keinem von ihnen.

„Haltet durch! Wir arbeiten an einer Lösung!“ brüllte Szrillp. Er schoß eine weitere Ladung aus seinem Flammenwerfer ab. Diesmal hatte er ihn mit Weihwasser geladen. Doch es zeigte nur geringe Wirkung. Er huschte zurück in die Back-Tasche um neue Munition zu holen. „Wie siehts aus?“ keuchte er, während er verschiedene Munition zusammen suchte. „Es schleppt, aber wir sind dran. Wir haben eine Möglichkeit gefunden in die Zukunft zu kommen, arbeiten aber noch an der Feinjustierung.“ Antwortete Grimmlich. „Hey Szrillp, ich hab noch was für euch.“ Simmwibb deutete auf einige Ladungen Muition die im Transportkreis lagen. „Geweihtes Unkrautex. Vampire sind Pflanzen, Mia war davor schon halb pflanzlich. Das sollte helfen.“ Beladen mit der Munition huschte Szrillp wieder nach draußen.

Laut rastete das Waffenmagazin in Jirlazüps Flammenwerfer ein. „Deine Zeit ist gekommen Mia.“ Grollte sie. Für ihre geringe Größe klang es erschreckend tief und bedrohlich. „Im Namen von Mutter Natur, die du mit deinen Taten schändlich beschmutzt hast, werde ich dich bestrafen!“ Sie hob die Waffe und drückte ab. Das Projektil überwand den Abstand zwischen ihr und der Vampirin und traf. Erst schien es keine Wirkug zu haben, doch auf einmal ging ein zucken durch Mias Körper und sie brach zusammen. Immer noch Kampfbereit traten Shuma, Nephele und Nuala langsam näher und sahen auf sie hinab. Irgendetwas an Mia hatte sich verändert. Sie hatte immer noch ihre spitzen Zähne, ein Vampir war sie also immer noch, was war es also dann? Seth schwebte näher und betrachtete sie genauer. „Ich denke, ihr habt die Nymphe in ihr getötet.“ Stellte er schließlich fest. „Sie ist nur noch ein Vampir.“

„Das ist noch nicht genug.“ Knurrte Nuala und hob die Klaue. Doch dann zögerte sie. Sie konnte Mia nicht töten, nicht so. Ganz abgesehen davon das sie untot und damit praktisch schon tot war. Die drei Magier sahen sich an, jedes ihrer Gesichter spiegelte den gleichen Gedanken wieder. Sie konnten keinen Gegner der wehrlos vor ihnen auf dem Boden lag töten.

Der Augenblick zog sich in die länge und keiner von ihnen rührte sich. Kalt strich ihnen der Wüstenwind über die erhitzten Gesichter.

„Wir haben es!“ Simmwibb riss sie aus ihrer Starre. Er kam aus der Back-Tasche geklettert und hielt eine Spritze in die Höhe die genauso groß war wie er. „Das Gegenmittel.“

Sie hatten Mia das Mittel gegeben. Ein zucken war durch ihren Körper gelaufen, und ihre Eckzähne waren geschrumpft. Sie war wieder das was sie vorher gewesen war, jedenfalls fast. Sie war halb Mensch halb Nymphe gewesen, jetzt war sie nur noch ein Mensch. Und tot. „Sie hat sich selber getötet. In dem Moment als sie sich zum Vampir hat machen lassen war sie praktisch schon tot.“ „Was passiert jetzt mit ihr?“ „Minos wird sich um ihre Seele kümmern. Es wird lange dauern, bis sie geheilt ist, aber irgendwann besteht vielleicht die Chance, dass sie wiedergeboren wird. Falls ihre Seele noch nicht ganz verdorben war. Kommt, wir haben noch zwei Höllenkreise vor uns“ Langsam hinkten sie durch den Wüstensand vorwärts, sie hatten einiges an prügel eingesteckt und konnten eine Pause gebrauchen, doch keiner wollte an dem Kampfplatz bleiben. Sie würden eine andere Stelle finden um sich auszuruhen.

Nuala am 22.10.10 14:09

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